Wie viele Ehrenamtliche wirken mittlerweile in Tirol in den Computerias mit? Wie viele SeniorInnen wurden schon erreicht? Wie ist das Geschlechterverhältnis? Wie viele durchschnittliche Nutzer gibt es in der Computeria? Diese und weitere Fragen wurden letztes Jahr mittels eines Fragebogens ermittelt und nun fertig ausgewertet. Insgesamt flossen Daten aus 37 Computerias mit ein. Hier finden Sie die wichtigsten Ergebnisse:

Die wichtigsten Zahlen
35 offiziell eröffnete Computerias
11 Computerias in Planung und Umsetzung
308 freiwillig Mitwirkende (56% männlich, 44% weiblich)
2400 erreichte SeniorInnen (65% weiblich, 35% männlich)
Im Jahr 2017 hatten die Computerias 2014- Mal geöffnet

Die Computerias in Tirol

Ende 2017 konnten insgesamt 35 Computerias dank einer Förderung der Abteilung Gesellschaft und Arbeit – SeniorInnen des Landes Tirols offiziell eröffnet werden, 11 weitere sind derzeit in Planung und teilweise schon in Betrieb. Die Computerias werden zu einem großen Teil (13)  von der jeweiligen Gemeinde getragen. 11 Computerias werden von den verschiedenen Tiroler Seniorenvereinigungen wie z.B. Pensionistenverband oder Seniorenbund getragen. 7 Computerias sind in Vereine wie dem Verein Generationennetzwerk Zell am Ziller oder dem Verein Soziale Visionen Stanzertal eingebettet und 5 Computerias sind eigenständig als Verein oder loser Zusammenschluss organisiert. Auch wenn die Gemeinde nicht immer der Träger ist, werden die Computerias von diesen z.B. durch WLAN Anbindungen, Räumlichkeiten oder finanzieller Unterstützung.

Ehrenamtliche in den Computerias

Insgesamt sind in den Computerias 308 Freiwillige in der Organisation sowie als Anleitungskräfte tätig. Das Verhältnis Mann zu Frau entspricht 55,84% zu 44,16%. Im Vergleich zu den Vorjahren, ist eine Steigerung der Anzahl an weiblichen Freiwilligen zu bemerken. In vielen Computerias zählen auch Jugendliche zum Freiwilligenteam, die SeniorInnen auf ihrem Weg in die digitale Welt unterstützen. So ist z.B. die Computeria Imst in der HAK angesiedelt und in den Unterrichtsgegenstand „Soziales Lernen“ integriert. Die Computeria wird dabei von SchülerInnen über das Schuljahr hinweg begleitet. Dadurch, dass mehrere Klassen beteiligt sind, sind in dieser Computeria weit mehr Freiwillige (rund 50) tätig als üblich. So kommt es zu einem regen Austausch zwischen den Generationen, von dem alle Beteiligten schlussendlich profitieren.

NutzerInnen der Computerias

Insgesamt wurden die Computerias in Tirol seit ihrem Bestehen von 2397 SeniorInnen mehrmals oder einmalig genutzt. Im Gesamtdurchschnitt nehmen 8,5 SeniorInnen an einer Computeria-Einheit teil. Der Durchschnittswert ist von Computeria zu Computeria verschieden. Es gibt Computerias, in denen über 20 SeniorInnen pro Einheit teilnehmen und andere wiederum, in denen nur 3 teilnehmen. Es ist jedoch zu erkennen, dass jene Computerias mit häufigeren und regelmäßigeren Öffnungszeiten, wie z.B. Reith im Alpbachtal oder Wipptal, auch eine höhere Durchschnittszahl an TeilnehmerInnen pro Einheit aufweisen. Computerias die unregelmäßigere Öffnungszeiten haben, haben signifikant weniger NutzerInnen pro Einheit. Insgesamt besuchen mehr Frauen als Männer eine Computeria: 64,87% der BesucherInnen sind weiblich und 35,13% sind männlich.

Da die durchschnittliche NutzerInnenanzahl der Computerias sehr variiert, wurden die Computerias in drei Kategorien hinsichtlich der Größe eingeteilt, um eine bessere Übersicht zu erhalten. Die Größe wird dabei ausschließlich von der Durchschnittsanzahl an NutzerInnen bestimmt. Zwei Computerias konnten hierzu leider keine Angaben machen.

  • 18 mittlere Computerias (5-8 durchschnittliche NutzerInnen)
  • 13 große Computerias (mehr als 9 durchschnittliche NutzerInnen
  • 4 kleine Computerias (2-4 durchschnittliche NutzerInnen)

Öffnungszeiten der Computerias

Im Jahr 2017 hatten die Computerias in Tirol insgesamt 2014-mal geöffnet. Fast die Hälfte der Computerias (16) hat einmal pro Woche geöffnet. 8 Computerias öffnen zweimal pro Woche ihre Türen. 9 Computerias haben weniger als einmal pro Woche geöffnet. 3 Computerias haben mehrmals die Woche geöffnet. Auffallend ist, dass vor allem Computerias mit generationenübergreifendem Ansatz die Öffnungszeiten eher eingeschränkt halten, um die Motivation der teilnehmenden Jugendlichen nicht durch zu häufige Anwesenheitszeiten zu verringern.

Kosten für die NutzerInnen

Die Erhaltungskosten einer Computeria sind im Normalfall sehr gering, da ein Großteil der Anschaffungskosten über eine Förderung des Landes Tirols abgedeckt werden können, Kosten für die Miete bzw. die Räumlichkeiten meist über die Gemeinde abgedeckt werden und als Freiwilligenprojekt aufgebaut auch keine Kosten für SeniorInnentrainerInnen, Coaches oder ähnlichem entstehen. Ein Drittel der Computerias (11) steht den NutzerInnen deshalb kostenlos zur Verfügung. Um die weiteren Ausgaben, die nicht vom Land Tirol, der Gemeinde oder Sponsoren finanziert werden können, abzudecken, werden von 11 Computerias geringe  Mitglieds-, Unkostenbeiträge eingehoben und 13 Computerias arbeiten mit freiwilligen Spenden.

Öffentlichkeitsarbeit in der Computeria

Nahezu alle Computerias gaben an, dass NutzerInnen vor allem über Mundpropaganda von ihnen erfahren und dadurch zu ihnen gelangt sind. Des Weiteren wird auch vom Großteil der Computerias Öffentlichkeitsarbeit über Mitteilungen und Berichte in der Gemeindezeitung betrieben. Bezirkszeitungen werden von einigen Computerias genutzt, indem sie in regelmäßigen Abständen darin ihr Angebot präsentieren. Folder oder Flyer werden von 14 Computerias an öffentlichen Stellen, wie bei Ärzten, Gemeindeämtern etc. aufgelegt. 8 Computerias haben einen Webauftritt und 6 Computerias eine Facebookseite. Weitere Maßnahmen sind z.B. Newsletter, Whatsappgruppe, Terminaushang, Jahresprogramm, Vorträge und Veranstaltungen, Werbung über Seniorenverein.

Begleitmaßnahmen

Die Leitungspersonen und AnleiterInnen in den Computerias wurden auch im Jahr 2017 durch das Netzwerk Computeria Tirol unterstützt. So wurden wieder zwei Vernetzungstreffen mit jeweils ca. 70 TeilnehmerInnen organisiert, die es den Computerias ermöglichten sich auszutauschen. Weiters wurden 10 Newsletter ausgesandt, um die Computerias über aktuelle Geschehnisse rund um das Netzwerk Computeria Tirol zu informieren. Besonders bei neuen Computerias waren auch die Begleitmodule zu den Themen Freiwilligenarbeit in der Computeria, Methodik und Didaktik in der Arbeit mit SeniorInnen, Administration und Organisation, Älterwerden in einer Computeria und Gesund Arbeiten am PC sehr beliebt. Im Jahr 2017 wurden die Module achtmal gebucht.

Trendwende

Generell ist eine Trendwende in den Computerias weg von der Arbeit mit Computern in Richtung Tablets und Smartphones zu beobachten, welche einen einfacheren Einstieg in die digitale Welt für SeniorInnen ermöglichen. Dies erklärt auch den raschen Erfolg der von der Abteilung Gesellschaft und Arbeit – SeniorInnen geförderten „Tableteria“ des Katholischen Bildungswerkes. Für komplexere Inhalte (Dateiverwaltung, Excel, Fotoverwaltung etc.), wird allerdings nach wie vor der herkömmliche Computer oder Laptop benötigt.

 

Die gesamte Dokumentation des Netzwerk Computeria Tirol 2017 finden Sie hier.